Autogenes Training in St. Gallen
Ein paar kurze Sätze, still wiederholt, und der Körper wird ruhiger. So einfach klingt Autogenes Training, und es gehört zu den am längsten erprobten Verfahren der Selbstentspannung. Entwickelt hat es der Arzt Johannes Heinrich Schultz in den 1920er Jahren. Mit festen Formeln lenkst du die Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperempfindungen. Nach einiger Übung reagiert der Körper darauf: Die Muskulatur entspannt sich, der Atem wird langsamer, und Hände und Füsse werden wärmer, weil sich die Blutgefässe weiten.
Die Übungen der Grundstufe
Die Grundstufe besteht aus sechs Übungen, die aufeinander aufbauen:
- Schwere: Die Muskulatur lässt los, Arme und Beine fühlen sich schwer an.
- Wärme: Die Durchblutung in Armen und Beinen nimmt zu.
- Atem: Du beobachtest den Atem, ohne ihn zu steuern.
- Herz: Die Aufmerksamkeit liegt beim ruhigen Herzschlag.
- Bauchwärme: Wärme breitet sich im Oberbauch aus.
- Stirnkühle: Der Kopf bleibt klar, während der Körper ruht.
So kann sich das anfühlen: Du sitzt bequem, die Augen sind geschlossen. Innerlich wiederholst du: «Mein rechter Arm ist ganz schwer.» Zuerst passiert vielleicht nichts. Dann liegt der Arm auf einmal anders auf der Lehne, als hätte er Gewicht dazubekommen. Genau diesen Moment trainiert die Übung.
Jede Übung endet mit dem Zurücknehmen: Arme kräftig beugen, tief durchatmen, Augen öffnen. So kommst du wach in den Alltag zurück. Geübt wird im Sitzen oder Liegen, anfangs wenige Minuten, zwei- bis dreimal am Tag. Das braucht etwas Geduld. Bis die Übungen zuverlässig wirken, vergehen meist einige Wochen.
Später lassen sich formelhafte Vorsätze ergänzen. Das sind kurze, persönliche Sätze für ein bestimmtes Ziel, etwa «Ich bleibe ruhig und klar» vor einer Prüfung. Du setzt sie im entspannten Zustand ein, wenn deine Aufmerksamkeit ganz bei dir ist.
Autogenes Training und Hypnose
Schultz kam über die Hypnoseforschung zu seiner Methode. Ihm fiel auf, dass Menschen in tiefer Entspannung immer wieder Schwere und Wärme beschrieben. Daraus entwickelte er Übungen, mit denen man diesen Zustand ohne Anleitung herbeiführt. «Autogen» heisst «aus sich selbst entstehend».
Für mich gehören beide Methoden untrennbar zusammen. Eine Hypnose ohne die Formeln des Autogenen Trainings kann ich mir kaum vorstellen. Die Formeln führen in die Entspannung, auf der die Hypnose aufbaut. Was du dabei lernst, wendest du anschliessend selbst an, auch lange nach Abschluss der Begleitung.
Autogenes Training lernen: Kurs oder Teil der Begleitung
Den Kurs biete ich in St. Gallen als Einzelkurs an, auf Anfrage auch in einer Kleingruppe. Du lernst die Grundstufe vollständig und erhältst schriftliche Unterlagen für das Üben zu Hause. Wenn dich ein Kurs interessiert, melde dich direkt bei mir.
In der Begleitung mit Hypnose und Körperarbeit nutze ich einzelne Formeln auch ohne die ganze Grundstufe.
Wofür sich Autogenes Training eignet
Autogenes Training gehört zu den gut untersuchten Entspannungsverfahren. Belegt ist sein Nutzen vor allem bei Stress und anhaltender Anspannung sowie bei Ein- und Durchschlafproblemen. Ich setze es unter anderem bei Schlafproblemen und Erschöpfung, bei Prüfungsangst und bei Überforderung und Reizüberflutung ein.
Bei körperlichen Beschwerden gehört eine ärztliche Abklärung dazu. Das Autogene Training ersetzt sie nicht.
Kosten und Zusatzversicherung
Für Autogenes Training bin ich beim ErfahrungsMedizinischen Register (EMR) anerkannt und damit über die Zusatzversicherung krankenkassenanerkannt. Viele Zusatzversicherungen für Komplementärmedizin beteiligen sich deshalb an den Kosten, je nach Produkt zum Beispiel mit 75 oder 80 Prozent. Frag vor dem ersten Termin bei deiner Versicherung nach, was dein Produkt übernimmt. Alle Preise findest du unter Kosten und Zusatzversicherung.