Überforderung und Reizüberflutung
Manchmal ist gar nicht das eine grosse Problem da. Es ist die Summe des Lebens.
Der Tag war voll. Mehrere Gespräche, immer wieder Unterbrechungen, Geräusche, Entscheidungen, Konzentration. Dann kommt noch eine Nachricht auf dem Handy oder jemand stellt eine ganz normale Frage und plötzlich ist genau das zu viel.
Wenn so ein Tag gelegentlich vorkommt, lässt er sich meistens auffangen. Schwieriger wird es, wenn diese Dichte zum Alltag gehört. Wenn schon morgens wenig Reserve da ist und der nächste Reiz auf etwas trifft, das längst angespannt ist.
Dann wirkt die Reaktion oft grösser als der Anlass. Dabei liegt der entscheidende Teil häufig davor.
Das Muster beginnt früher als der Moment, in dem es kippt
Überforderung zeigt sich oft erst deutlich, wenn die Grenze bereits erreicht ist. Jemand wird wütend, zieht sich zurück oder beginnt plötzlich an sich selbst zu zweifeln.
Für mich ist deshalb der Moment davor interessant.
Was passiert im Körper, bevor die Gereiztheit kommt? Wann wird aus Konzentration Anstrengung? An welchem Punkt beginnt ein Gespräch mehr Kraft zu kosten, als gerade vorhanden ist?
Wenn wir diese Abläufe genauer erkennen, wird aus einem scheinbar unberechenbaren Zustand ein Muster. Und mit einem Muster kann man arbeiten.
Es geht um mehr als darum, sich besser zu beruhigen
Bei Überforderung wird schnell versucht, die Reaktion möglichst rasch wieder in den Griff zu bekommen. Ich finde den Schritt davor wichtiger.
Eine starke Reaktion hat meistens eine Geschichte. Vielleicht war der Tag schon zu voll. Vielleicht wurde eine Grenze mehrfach übergangen. Vielleicht braucht eine bestimmte Situation jedes Mal viel mehr Kraft, als von aussen sichtbar ist.
Wenn das deutlicher wird, können wir gezielter daran arbeiten, was in solchen Situationen passiert.
Hypnose kann dabei ein möglicher Weg sein. Dabei richten wir den Blick auf konkrete Situationen, die im Alltag immer wieder ähnlich ablaufen. Der Moment, in dem der Druck steigt, die bekannte Reaktion einsetzt und kaum noch etwas anderes möglich scheint, wird dadurch zugänglicher. Dort lassen sich neue Reaktionen erproben und stärker verankern.
Es geht also nicht darum, jedes starke Gefühl kleiner zu machen. Es geht darum, früher zu verstehen, was gerade passiert, und an den Stellen anzusetzen, an denen bisher immer derselbe Ablauf beginnt. Und manchmal kann sich dabei auch das Ziel verändern: weg von «Das Gefühl muss unbedingt verschwinden» und hin zu «Ich kann mit dem Stress umgehen, auch wenn ich ihn spüre».
Wenn Überforderung und Reizüberflutung deinen Alltag immer wieder bestimmen, können wir genau damit in meiner Praxis in St. Gallen arbeiten.