Belastende Erinnerungen und Erfahrungen
Belastende Erinnerungen verarbeiten
Ein Auslöser genügt und der Körper reagiert sofort. Es ist der Moment, bei dem man danach rationell betrachtet sagen, dass es es eine Überreaktion war. Auf einmal erklären wir uns viel mehr als wir eigentlich geplant haben, reagieren emotional oder es fällt schwer die Selbstkontrolle zu behalten. Die Frage, weshalb diese Situation so viel ausgelöst hat, kommt meist viel später.
Erst danach kommt die Frage, weshalb genau diese Situation so viel ausgelöst hat.
Wenn die Reaktion grösser ist als der Anlass
Gerade das macht belastende Erfahrungen im Alltag schwer greifbar. Der heutige Anlass wirkt klein, die Reaktion darauf nicht.
Man weiss, dass die Situation vorbei ist. Man weiss auch, dass der Mensch gegenüber nicht dieselbe Person ist wie damals. Trotzdem reagiert etwas sehr schnell auf Ähnlichkeiten.
Nicht die ganze Vergangenheit kehrt zurück. Es reicht, wenn ein Teil der Situation vertraut wirkt und sich erlernte Reaktionsmuster zeigen.
Ein bestimmter Blick. Eine Form von Kritik. Das Gefühl, nicht gehört zu werden. Ein Moment, in dem plötzlich keine Kontrolle mehr da ist.
Der Körper wartet nicht darauf, bis alles bewusst eingeordnet ist.
Was im Heute weiterläuft
Belastende Erfahrungen hinterlassen nicht nur Erinnerungen. Sie beeinflussen auch, wie wir die Welt wahrnehmen.
Wer früh gelernt hat, dass Kritik schnell verletzend wird, achtet später stärker auf Veränderungen im Tonfall. Wer erlebt hat, dass die eigene Grenze wenig Gewicht hatte, bemerkt unter Umständen erst spät, dass sie erneut überschritten wird.
Solche Reaktionen sind nicht zufällig. Sie folgen einer Logik, die einmal sinnvoll gewesen sein kann.
Schwierig wird es dort, wo diese Logik auch dann weiterläuft, wenn die heutige Situation andere Möglichkeiten bietet.
Wenn sich das vor allem als starke Angst oder Panik zeigt, findest du dazu mehr unter Angst und Panik.
Warum Verstehen nicht immer genügt
Man kann eine Erfahrung längst eingeordnet haben und trotzdem in ähnlichen Situationen wieder gleich reagieren.
Der Kopf weiss dann mehr als der Moment.
Deshalb interessiert mich nicht nur, was damals passiert ist. Entscheidend ist auch, was heute unmittelbar davor geschieht.
Wann steigt die Spannung? Was wird in diesem Moment erwartet? Wo wird aus einer aktuellen Situation etwas, das sich plötzlich alt anfühlt?
Genau dort liegt der Punkt, an dem sich die Reaktion genauer anschauen lässt.
Muss ich alles noch einmal erzählen?
Nein.
Ich brauche nicht zuerst jedes Detail einer belastenden Erfahrung. Wir können von dem ausgehen, was heute noch passiert.
Eine bestimmte Situation. Eine körperliche Reaktion. Ein Moment, in dem etwas plötzlich kippt.
Mit Hypnose kann dieser Übergang näher betrachtet werden, ohne dass eine belastende Erfahrung vollständig oder möglichst intensiv wiedererlebt werden muss.
Wie weit wir dabei gehen, hängt davon ab, was tragbar ist. Eine Erfahrung, die sich mit etwas Abstand anschauen lässt, braucht einen anderen Umgang als etwas, das schon bei kleinen Annäherungen sehr starke Reaktionen auslöst.
Wenn eine alte Reaktion nicht mehr alles bestimmen soll
Die Erinnerung selbst muss nicht verschwinden.
Wichtiger ist, ob eine heutige Situation weiterhin automatisch dieselbe Reaktion auslöst.
Ob Kritik sofort Gefahr bedeutet. Ob Rückzug der einzige verfügbare Weg bleibt. Ob ein bestimmter Tonfall genügt, damit sich alles im Körper zusammenzieht.
Wenn solche Abläufe früher erkennbar werden, entsteht wieder mehr Spielraum im heutigen Moment.
Das Vergangene bleibt Teil der eigenen Geschichte. Es muss aber nicht jedes Mal bestimmen, was heute möglich ist.
Begleitung bei belastenden Erinnerungen in St. Gallen
Wenn frühere Erfahrungen in bestimmten Situationen bis heute stark mitwirken, können wir in meiner Praxis in St. Gallen genau dort ansetzen.
Wie ich Gespräch, Hypnose und körperorientierte Zugänge verbinde, findest du unter Meine Arbeitsweise.