Hypnosepraxis Cornelia Gantenbein in St. Gallen

Neurozentrierte Arbeitsweise in St. Gallen

Ein lauter Knall, und du zuckst zusammen, obwohl du im selben Moment weisst, dass nichts passiert ist. Solche Reaktionen entstehen nicht im Denken. Sie entstehen in der Art, wie dein Gehirn Informationen aus Körper und Sinnen verarbeitet. Hier setzt meine neurozentrierte Arbeitsweise an. Ich verbinde darin zwei Ansätze, das neurozentrierte Training und die Reflexintegration. Ich erkläre dir die Zusammenhänge, und wir üben gemeinsam.

Wie das Gehirn Sicherheit einschätzt

Das Gehirn verarbeitet laufend Informationen aus den Augen, dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr und der Wahrnehmung der eigenen Körperposition. Daraus entsteht das Bild, wo du dich im Raum befindest und wie sicher die Lage ist. Das neurozentrierte Training geht davon aus, dass unklare oder widersprüchliche Informationen das Gehirn vorsichtig machen. Es reagiert dann mit Anspannung, Unruhe oder einer Stressreaktion, auch wenn von aussen nichts bedrohlich wirkt.

Der Ansatz setzt darum bei den Sinnen an. Mit gezielten Übungen werden die Informationen, die das Gehirn bekommt, klarer und verlässlicher.

Übungen für Augen, Gleichgewicht und Bewegung

Die Übungen sind kurz und einfach. Du folgst zum Beispiel mit den Augen einem Punkt, wechselst den Blick zwischen zwei Zielen oder bewegst den Kopf, während der Blick fest bleibt. Andere Übungen fordern das Gleichgewicht oder die Koordination.

Ein Beispiel: Du drehst den Kopf so weit nach rechts, wie es angenehm geht, und merkst dir den Punkt. Dann folgst du eine Minute lang mit den Augen einem Stift. Danach drehst du den Kopf noch einmal. Häufig geht er jetzt ein Stück weiter, obwohl du nur die Augen bewegt hast.

Typisch für diesen Ansatz ist das Überprüfen: Vor und nach einer Übung achten wir darauf, was sich verändert, etwa an der Beweglichkeit, der Anspannung oder daran, wie sich ein belastendes Thema anfühlt. So zeigt sich, welche Übungen bei dir wirken. Diese übst du zu Hause weiter.

Frühkindliche Reflexe und Reflexintegration

Neugeborene verfügen über angeborene Reflexe, zum Beispiel den Moro-Reflex, eine Schreckreaktion auf plötzliche Reize. In der normalen Entwicklung werden diese Reflexe im ersten Lebensjahr von willentlicher Bewegung abgelöst. Die Reflexintegration geht davon aus, dass Reflexe, die aktiv bleiben, später Schreckhaftigkeit, Unruhe oder Schwierigkeiten mit der Konzentration mitprägen. Mit bestimmten Bewegungsabläufen arbeiten wir daran, sie nachträglich zu integrieren.

Die Forschung zur Reflexintegration steht noch am Anfang. Ich setze sie als ergänzenden Zugang ein.

Verstehen entlastet

Wer seine eigenen Reaktionen nicht einordnen kann, hält sie leicht für Charakterschwäche. Wenn verständlich wird, dass dahinter eine Schutzreaktion des Nervensystems steckt, verändert sich der Blick auf sich selbst. Darum erkläre ich gern und ausführlich, was in einer Situation im Körper und im Gehirn passiert, und zeige dir, woran du es erkennst.

Das ist besonders hilfreich bei ADHS und Neurodivergenz, bei Überforderung und Reizüberflutung und bei Angst und Panikattacken.

Grundlage für die anderen Methoden

Wie alle meine Methoden kommt die neurozentrierte Arbeit situativ zum Einsatz. Sie ergänzt die Körperarbeit: Dort nimmst du wahr, was im Körper geschieht, hier arbeiten wir direkt an der Verarbeitung von Sinnesreizen und Bewegung.

Preise und Ablauf findest du unter Kosten und Zusatzversicherung.

Termin buchen